Gereon Krebber

FAQs

Ist Deine Kunst politisch?

Ist Deine Kunst politisch?

Nein, aber in bestimmten Kontexten kann ich dem nicht widerstehen. Es ist eher so, dass ich dahin will, wo es weh tut − vielleicht hätte ich doch Zahnarzt werden sollen. So beschrieben, klingt die Arbeit für Bloomberg erstmal abschreckend plakativ und platt, da ich eigentlich Sachen eigentlich unbestimmt halten will. Doch das kann leicht zu unverbindlich werden. Ob Körper oder Raum, ich brauche Bezüge, damit Relevanz entsteht. Um mich und uns weiter aus der Reserve zu holen, streife ich das Politische. Ich habe das erstmals bei Let the pigs pay in der Galerie Christian Lethert probiert. Auch die Besucher in Drogheda haben die Ausstellung darauf bezogen, dass der ‚Keltische Tiger’ eine Bauchlandung hingelegt hat. Es bleibt offen, aber wird brisant. 
Ich will nicht verhehlen, wie ich mit geballter Faust und ratlos hängenden Schultern dastehe. Der moralische Zeigefinger bleibt in der Tasche. Ich habe auch keine schlauen Lösungen oder guten Absichten; die widern mich sowieso an. Wie auch − als Künstler ist man Vorreiter wider Willen, wenn es um Themen wie Globalisierung und Marktwirtschaft geht. Mich fasziniert, wie superkomplexe Systeme und Machtgefüge eine Eigendynamik entfalten, die jeder Kausalität, Kontrolle und Absicht spotten. Die Folgen sind vernichtend und wirken wie ein Schock – und treiben mich dazu, darin herumzustochern.

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