Gereon Krebber

FAQs

Kann man davon leben?

Kann man davon leben?

Ja, aber der Verdienst schwankt stark, plötzlich kommt viel zu viel, dann lange wieder nichts, dann heißt es aushalten und haushalten. Nach Bohne gab es plötzlich einen ungewöhnlich hohen Kontostand, der mich am Bankautomaten neben meinem Atelier erwischte. Das wirkte auf den ersten Blick irreal, hier in Bickendorf zwischen Betonburg, Obdachlosenhilfe und Mega-Erotik-Discount. 
Egal, ein solcher Auftrag hat mir auf jeden Fall Luft geschaffen für einige weitere Projekte. 
Meine Sachen baue ich, weil ich sie irgendwo sehen will und ich meine Bildsprache weitertreiben will – bezahlen muss ich die natürlich auch. Die große Arbeit Azurkomplex zum Beispiel war arbeitsaufwendig und teuer. Ich habe sie komplett aus dem Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium finanziert: Zuerst kommt die künstlerische Neugier, dann das kunstunternehmerische Kalkül. 
Die Frage ist, was man macht, wofür man lebt, und nicht allein wovon. Klar muss ich Miete zahlen, Mäuler stopfen und eigene Macken pflegen. Daher habe ich zeitweise weitere Quellen, die mich vor falschen Zwängen schützen – zurzeit verdiene ich mir ein Zubrot als Gastprofessor an der HfbK Hamburg. Aber auch hier steht im Vordergrund, dass es Sinn macht und eine spannende Herausforderung ist. Alles in allem komme ich gut über die Runden, auch wenn die eigenen Sachen vergänglich sind.

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